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Kinder & Jugendliche

Kinderpsychologie in München

Eltern als wichtiger Teil der Psychotherapie ihres Kindes

Auch die psychotherapeutische Behandlung von Kindern ab 12 Jahren und Jugendlichen ist möglich. Dabei stehen die individuellen Schwierigkeiten, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten des jungen Menschen im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird berücksichtigt, dass Kinder und Jugendliche in besonderem Maße von ihrem familiären und sozialen Umfeld geprägt werden.

Deshalb ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Je jünger das Kind ist, desto enger werden die Eltern in den therapeutischen Prozess einbezogen und desto größer ist auch ihre Bedeutung für Veränderungen im Alltag. In der Regel findet nach jeweils vier Sitzungen mit dem Kind oder Jugendlichen eine Elterneinheit statt. Bei Bedarf können Eltern auch an einzelnen Sitzungen gemeinsam mit ihrem Kind teilnehmen.

In den Elterngesprächen geht es nicht nur um die Entwicklung des Kindes, sondern auch um die Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster der Eltern.

Gemeinsam wird betrachtet, welche familiären Dynamiken bestehen und wie diese die aktuelle Situation beeinflussen.

Auch die eigene Biografie und frühere Erfahrungen der Eltern können dabei eine Rolle spielen. Eltern sind daher nicht nur wichtige Begleiter der Therapie, sondern selbst ein aktiver Teil des therapeutischen Prozesses.

Elterngespräch im Rahmen einer Kindertherapie

Kinder und Jugendliche verstehen – und die Familie mitnehmen

Kinder und Jugendliche können Gefühle oder belastende Gedanken oft noch nicht so leicht in Worte fassen. Deshalb gestalte ich die Therapie altersgerecht und kreativ. Bildkarten, Metaphern und Beispiele aus ihrem Alltag helfen dabei, einen Zugang zu schwierigen Gefühlen und Erfahrungen zu finden.

Wichtig ist mir, dass sich junge Menschen ernst genommen fühlen und die Therapie als Unterstützung erleben, die zu ihnen passt. Gerade bei Jugendlichen braucht es einen sensiblen Ausgleich:

Sie benötigen Unterstützung, befinden sich zugleich aber in einer Lebensphase, in der Selbstständigkeit, Freiräume und eigene Entscheidungen immer wichtiger werden.

Video

Was erwartet euch in einer Psychotherapie?

Über unsere Zusammenarbeit, die Rolle deiner Eltern und eine persönliche Botschaft an dich
Spieldauer 3 Minuten

Gemeinsam schauen wir deshalb, wo Begleitung hilfreich ist und wo Jugendliche Raum benötigen, um eigene Wege zu entwickeln.

Eine Therapie wird nicht gegen ihren Willen durchgesetzt. Nach einer ersten Kennenlernphase entscheiden wir gemeinsam, ob und wie eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.

Eltern spielen in der Behandlung eine wichtige Rolle, weil Veränderungen häufig nur gelingen, wenn auch das familiäre Umfeld einbezogen wird. Dabei geht es nicht um Schuld oder Vorwürfe, sondern um ein gemeinsames Verständnis:

Wie prägen Alltag, Schule, familiäre Abläufe und elterliche Erfahrungen die aktuelle Situation?

In begleitenden Elterngesprächen können wir Erziehungsmuster, persönliche Glaubenssätze und hilfreiche Veränderungen betrachten – mit dem gemeinsamen Ziel, das Kind oder den Jugendlichen bestmöglich zu unterstützen.


Saskia Fährmann - Kindertherapeutin in München



Wie läuft eine Psychotherapie mit Kindern ab?

In der Psychotherapie mit Kindern arbeite ich mit altersgerechten Methoden, die es Ihrem Kind ermöglichen, Gefühle, Beziehungen und eigene Stärken nicht nur über Worte auszudrücken. Bildkarten, Figuren oder Tiere können dabei helfen, Erlebnisse sichtbar zu machen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.


Mit Bildkarten Gefühle und Stärken sichtbar machen

Kinder können oft sehr genau spüren, was in ihnen vorgeht, finden dafür aber noch nicht immer die passenden Worte. Bildkarten bieten einen spielerischen und altersgerechten Zugang zu Gefühlen, Gedanken und Erfahrungen. Ihr Kind kann beispielsweise Karten auswählen, die zur eigenen Stimmung, zu einer bestimmten Situation oder zu wichtigen Menschen in seinem Leben passen.

Gemeinsam schauen wir uns an, was Ihr Kind mit den ausgewählten Bildern verbindet. Dabei können nicht nur Belastungen und schwierige Gefühle sichtbar werden, sondern auch persönliche Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen:

Was kann ich gut? Was hilft mir, wenn es schwierig wird? Worauf bin ich stolz? Die Karten dienen dabei nicht als Test mit richtigen oder falschen Antworten, sondern als Ausgangspunkt für ein Gespräch, das sich am Erleben Ihres Kindes orientiert.

Saskia Fährmann in einer Therapie mit Jugendlichem


Mit Tierfiguren Beziehungen und Rollen verstehen

Tierfiguren können Kindern dabei helfen, ihre Familie und andere wichtige Beziehungen anschaulich darzustellen. Ihr Kind kann beispielsweise für sich selbst, Eltern, Geschwister oder andere Bezugspersonen verschiedene Tiere auswählen und diese so zueinander aufstellen, wie es sich für das Kind passend anfühlt.

Dadurch können Beziehungen, Nähe und Distanz, unterschiedliche Rollen oder auch Konflikte leichter besprechbar werden. Welches Tier für welche Person steht und welche Eigenschaften damit verbunden werden, bestimmt dabei immer das Kind selbst.

Gemeinsam erkunden wir, wie Ihr Kind seine Position im Familiengefüge und seine Beziehungen erlebt, wo es sich sicher und unterstützt fühlt und wo es sich vielleicht Veränderungen wünscht.

Gleichzeitig richten wir den Blick auf vorhandene Stärken und Ressourcen.

So können komplexe Beziehungs-Erfahrungen für Kinder verständlicher und leichter zugänglich werden.

Häufige Fragen zur Psychotherapie für Kinder und Jugendliche

Eine Psychotherapie kann sinnvoll sein, wenn psychische oder emotionale Schwierigkeiten Ihr Kind über einen längeren Zeitraum belasten oder seinen Alltag, seine Entwicklung, die Familie, Freundschaften oder die Schule zunehmend beeinträchtigen. Nicht jede schwierige Phase und nicht jedes auffällige Verhalten bedeutet jedoch automatisch, dass eine psychische Erkrankung vorliegt oder eine Therapie notwendig ist.


Kinder und Jugendliche zeigen Belastungen zudem sehr unterschiedlich. Manche ziehen sich zurück, wirken traurig oder ängstlich, andere reagieren mit Wut, Konflikten oder starken Verhaltensänderungen. Auch körperliche Beschwerden können eine Rolle spielen. Im ersten Kennenlernen und in der anschließenden Diagnostik schauen wir deshalb gemeinsam genauer hin und klären, ob eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist und welche Unterstützung zu Ihrem Kind passt.

Ihr Kind muss zu Beginn einer Psychotherapie nicht bereits genau erklären können, was es belastet. Gerade Kinder finden für Gefühle, Ängste oder schwierige Erfahrungen manchmal noch nicht die richtigen Worte – und auch Jugendliche brauchen häufig zunächst Zeit, bevor sie sehr persönliche Themen ansprechen möchten.


Deshalb steht am Anfang nicht das möglichst schnelle „Reden über Probleme“, sondern zunächst das gegenseitige Kennenlernen und der Aufbau einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung. Je nach Alter und Persönlichkeit können Gespräche durch spielerische, bildhafte oder andere altersgerechte Methoden ergänzt werden. Ihr Kind darf sich Schritt für Schritt auf die Therapie einlassen und soll erleben, dass seine Wahrnehmung, sein eigenes Tempo und seine Grenzen ernst genommen werden.

Auch Kinder und Jugendliche brauchen in der Psychotherapie einen vertraulichen Raum, in dem sie offen über Gedanken, Gefühle und Erlebnisse sprechen können. Gleichzeitig sind Eltern – insbesondere bei jüngeren Kindern – wichtige Bezugspersonen und werden in angemessener Weise in den therapeutischen Prozess einbezogen.


Wie dieser Austausch konkret gestaltet wird, hängt unter anderem vom Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes sowie von der jeweiligen Situation ab. Mir ist wichtig, mit Eltern und Kind möglichst transparent zu besprechen, welche Informationen miteinander geteilt werden und wo Vertraulichkeit wichtig ist. So kann einerseits eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung entstehen und andererseits die Unterstützung der Eltern für Veränderungen im Alltag genutzt werden.

Ja. Psychotherapie orientiert sich immer am Alter, Entwicklungsstand und an der individuellen Lebenssituation des jungen Menschen. Während bei Kindern häufiger spielerische, bildhafte und handlungsorientierte Methoden eingesetzt und Eltern stärker einbezogen werden, gewinnt bei Jugendlichen das direkte therapeutische Gespräch zunehmend an Bedeutung.


Jugendliche befinden sich zudem in einer besonderen Entwicklungsphase. Selbstständigkeit, Identität, Freundschaften, Schule, erste Beziehungen oder die Ablösung von den Eltern können wichtige Themen sein. Entsprechend verändert sich auch die Rolle der Eltern im therapeutischen Prozess. Jugendliche benötigen zunehmend einen eigenen vertraulichen Raum, während die Familie dennoch eine wichtige Ressource bleiben kann. Wie die Zusammenarbeit gestaltet wird, besprechen wir deshalb individuell und gemeinsam.

Wenn es für die Behandlung hilfreich ist und die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, können neben den Eltern auch andere wichtige Bezugspersonen berücksichtigt werden. Dazu können beispielsweise Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher oder andere Menschen gehören, die das Kind regelmäßig begleiten.


Gerade bei Kindern zeigen sich Schwierigkeiten manchmal in unterschiedlichen Lebensbereichen sehr verschieden. Informationen aus Schule oder Alltag können deshalb helfen, Situationen besser zu verstehen und Veränderungen gemeinsam zu unterstützen.


Ein solcher Austausch erfolgt jedoch nicht automatisch, sondern wird sorgfältig abgewogen und transparent besprochen. Ziel ist nicht, möglichst viele Personen in die Psychotherapie einzubeziehen, sondern dort zusammenzuarbeiten, wo es für die Entwicklung und den Therapieerfolg Ihres Kindes sinnvoll sein kann.